Warum die FEST nicht immer am Stimmzettel steht

3. April 2013 ‐ 14:08

An den Fach- und Pädagogischen Hochschulen, an denen die FEST unter anderem auch kandidiert, funktioniert das Wahlsystem etwas anders, als von den Unis gewohnt. Listen und die Möglichkeit in Interessensgruppen zusammengeschlossen zu kandidieren gibt es an FHs und PHs nicht. Nur die Jahrgangs- und Studiengangsvertretungen werden als Personenwahlen von den Studierenden direkt gewählt. Die mindestens genauso wichtige Ebene der PH/FH-Vertretung und auch die Bundesvertretung nicht. Deswegen gibt es an FHs und PHs auch keine Stimmzettel auf denen die FEST angekreuzt werden kann. Stattdessen wird das Mandat in die Bundesvertretung von den Mitgliedern der PH/FH-Vertretung entsendet, die sich aus den Vorsitzenden der Studiengangsvertretungen zusammensetzt. Wie sich aber die Mitglieder der PH/FH-Vertretung  bei der Wahl des Mandats, bzw. die gewählten MandatarInnen bei Abstimmungen in der Bundesvertretung verhalten, darauf können die einzelnen Studierenden wenig bis gar keinen Einfluss nehmen. Zum Glück wird die FEST heuer bei der ÖH Wahl auch erstmals auf Universitäten für die Universitätsvertretung kandideren. Mehr Informationen dazu findest du in der Terminankündigung und am Montag bei unserer Pressekonferenz im Cafe Hummel.

Wir wollen nicht nur die Hochschulen sondern auch deren Studierendenvertretungen demokratischer gestalten und den Studierenden die Möglichkeit geben ihre Interessensvertretung vollständig selbst bestimmen zu können. Deswegen müssen nicht nur die Jahrgangs- und Studiengangsvertretungen, sondern auch die PH/FH- und die Bundesvertretung direkt gewählt werden. Dies natürlich in einem möglichst fairen und transparenten Verfahren, wobei sich für die Bundesvertretung und auch für die PH/FH-Vertretung unserer Meinung nach am ehesten eine Form der Verhältniswahl als Listenwahl anböte, da diese Form unbedingt notwendig ist, wenn auch unsere Forderung nach einer eigenen Rechtspersönlichkeit von FH und PH Vertretungen umgesetzt werden soll. Denn nur damit ist sichergestellt, dass die verschiedenen Interessen der Studierenden auch in ihrer Vertretung abgebildet sind und dass es eine Opposition geben kann, die als wichtigste Aufgabe die Kontrolle der Vertretung haben soll.

Allgemeine Informationen zur ÖH Wahl 2013:

Wie alle zwei Jahre stehen Anfang Mai (14. – 16. Mai 2013) die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) vor der Tür. Auf den Unis wird fleißig wahlgekämpft um Plätze in Studienvertretungen, Fakultätsvertretungen und in den Universitätsvertretungen zu besetzen. Dabei kommen sowohl Personen- als auch Listenwahlen zum Einsatz und hier können die bekannten Fraktionen gewählt werden. Gleichzeitig werden damit auch die MandatarInnen in die Bundesvertretung der ÖH entsendet. Entsendet, weil 2005 die Direktwahl der Bundesvertretung abgeschafft und mit einem relativ komplizierten System ersetzt wurde. So entsendet jede Universität, abhängig von ihrer Studierendenzahl und dem Ergebnis der Wahl zur Universitätsvertretung, MandatarInnen in die Bundesvertretung. Seit Beginn des Jahrtausends sind auch die Pädagogischen Hochschulen dabei und seit 2009 auch erstmals die FHs. Von vormals 45 MandatarInnen ist die Bundesvertretung mittlerweile auf Grund des Wahlsystems auf über 100 MandatarInnen angewachsen. Deswegen fordert die FEST eine Reform des Wahlsystems und die Wiedereinführung der Direktwahl für alle Hochschultypen!