Förderung des nicht-traditionellen Zugangs

6. Mai 2013 ‐ 9:30

Die Förderung des nicht-traditionellen Zugangs (jede Art der Zulassung zum Studium, die nicht mit “klassicher Matura” erfolgt) findet Erwähnung in praktisch jedem Planungs- bzw. Empfehlungspapier zum österreichischen Hochschulwesen der letzten Jahre. Konkrete Maßnahmen finden sich dagegen selten bis nie. Gleiches gilt für Organisation und Finanzierung.

Alternativen zur Matura
Im Moment bestehen verschiedene Möglichkeiten, ohne Reifezeugnis ein Studium an einer österreichischen Uni, PH oder FH zu beginnen. Die prominentesten sind die Berufsreifeprüfung und die Studienberechtigungsprüfung.
Erstere berechtigt zu allen Studien wogegen letztere nur zu Studien einer bestimmten – im Vorhinein zu definierenden – Fächergruppe berechtigt. Während die Berufsreifeprüfung an allen Hochschulen für alle Studien anerkannt wird (werden muss) bestehen bei Studienberechtigungsprüfungen Einschränkungen – nicht nur in Bezug auf das Studienfeld: Fachhochschulen müssen diese Qualifikation nicht anerkennen (einige tun dies dennoch).
Hier setzt die erste Forderung der FEST an: Eine positiv abgelegte Studienberechtigungsprüfung muss auch für alle FH-Studien, die in die jeweilige Fächergruppe fallen, anerkannt werden!
Manche FHn bieten eigene Vorbereitungskurse, Lehrgänge zur so genannte Studienbefähigung, an. Dass dies inhaltlich und preislich ziemlich unterschiedlich ausgestaltet wird, zeigen Beispiele der FH Oberösterreich sowie der FH Wien.

Die Rechnung, bitte!
Kurse und Prüfungen kosten natürlich Geld. Wie das Beispiel der FH OÖ zeigt, übernimmt die Institution (bzw. die dahinter liegende Körperschaft) selbst die Kosten für Kurse und Prüfungen. Das ist allerdings die Ausnahme. Hochschulen – insbesondere FHs – sind nicht verpflichtet, Kurse zur Studienberechtigung anzubieten – folglich sind diese auch nicht überall verfügbar.
Gleichzeitig bekommen die Hochschulen keine zusätzlichen finanziellen Mittel für Maßnahmen zur Förderung des nicht-traditionellen Zugangs. In der Regel zahlen somit die StudienwerberInnen für ihre Studienberechtigung (wofür unter Umständen seitens der Studien-Beihilfen-Behörden, des AMS oder der ArbeiterInnenkammern Förderungen ausbezahlt werden). Insgesamt läuft in diesem Bereich vieles parallel und uneinheitlich – auf Angebotsseite wie Subventionsseite.
Die FEST schlägt vor, über das BMWF einen großzügigen Topf für Qualifizierungsmaßnahmen bereit zu stellen, auf den einzelne Institutionen je nach Bedarf zugreifen können. Damit soll einerseits die Verfügbarkeit erhöht und andererseits Kosten eingedämmt werden. Eine zentrale Finanzierung würde gleichzeitig eine Anpassung im Sinne einer Standardisierung – wie in Punkt 1 gefordert – vorantreiben.

Interessiert, motiviert, aber zu alt
Die eben genannten Förderungen sind wie so oft an Voraussetzungen geknüpft. Eine davon ist das Alter. So wird Studienbeihilfe für Personen, die sich auf die Studienberechtigungsprüfung vorbereiten, nur genehmigt, wenn das angestrebte (!) Studium vor dem 30. Geburtstag begonnen wird. Diese Regelung ist alles andere als zeitgemäß, weshalb die FEST als dritte Maßnahme zur Förderung des nicht-traditionellen Zugangs fordert: Altersbeschränkungen für staatliche Stipendien müssen abgeschafft werden!

Wenn der Staat LebensLanges Lernen propagiert, soll dieser es auch ermöglichen bzw. erleichtern!

Weiterführende Informationen:
Berufsreifeprüfung
Studienberechtigungsprüfung
Studienbeihilfe für Studienberechtigungsprüfung