PHen, deren fehlende Demokratie und sonstige Probleme..

23. April 2015 ‐ 11:23

Der Hochschulsektor der Pädagogischen Hochschulen wird eher immer zur Seite geschoben und nicht sehr ernst genommen. Warum ist das so?

Möglicherweise weil sie nicht wie alle anderen Hochschulsektoren dem Wissenschaftsministerium untergeordnet sind, sondern dem Bildungsministerium und das Wissenschaftsministerium sich denkt, damit haben wir nichts am Hut, das ist nicht unsere Aufgabe.

Und hier fängt das Problem schon an. Das Bildungsministerium will die pädagogischen Hochschulen auf keinen Fall verlieren, da diese unter ihrem Fuchtel stehen. Die PHen sind nicht wie alle anderen Hochschulsektoren autonom, sie sind weisungsgebunden. Das bedeutet, dass das Ministerium alles verhindern und anschaffen kann. Ich selbst bin in der Studienkommision (bald Hochschulkollegium) gesessen und habe dies miterlebt. Es stand eine Abstimmung bevor, bei der alle dagegen waren. Jedoch mussten alle dafür stimmen, da das Ministerium dies befohlen hat. Natürlich waren die Studierenden alle dagegen, jedoch mit 3 von 12 Stimmen, eher nichts aussagend.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Problem was Demokratie angeht. Die Studierenden sind bis jetzt in der Studienkommision mit nur 3 Stimmen vertreten. Wie ist das fair? Sind die Studierenden nicht die, die über die Qualität ihres Studiums in einer Art und Weise mitbestimmen sollten, die auch gehört wird?

Und das war auch schon das einzige Organ in dem Studierende sitzen. Mit dem neuen HG (Hochschulgesetz) haben sie zwar auch ein Recht bei den neu einegerichteten Curricularkommisionen zu sitzen, aber wieder so, dass eine richtige Mitbestimmung einfach nicht möglich ist.

Bei den PHen gibt es dann noch den Hochschulrat. Das Organ, das an und für sich alles Wichtige bestimmt, was mit der PH passiert. Da ist die ÖH nicht mal mit einer Stimme vertreten. Aber ratet mal wer hier die meisten Stimmen hat – natürlich der Landes- bzw. Stadtschulrat (die ja auch vom Ministerium kontrolliert werden). Somit ist hier wieder die Autonomie und die echte Demokratie nicht gegeben.

Also stellt sich mir die Frage: Was darf eine PH nun eigentlich selber bestimmen? Mir fällt darauf keine Antwort ein. Es muss alles vom Ministerium überprüft werden, sonst gibt es sofort eine Weisung. Kann die Qualität für ein Studium gesichert sein, wenn die Pädagogischen Hochschulen für ein politisches Spiel missbraucht werden? Das kann ich mir leider nicht vorstellen.

Und darum setzt sich die FEST für weisungsungebundene PHen und für mehr Mitbestimmung der Studierenden ein.

Autorin Elisabeth Kohlmaier

Autorin Elisabeth Kohlmaier ist 24 Jahre alt und studiert Volksschullehramt an der KPH Wien/Krems. Dort ist sie seit dem ersten Semester in der ÖH und wurde später auch Vorsitzende. Seit 2013 ist sie Referentin für pädagogische Angelegenheiten in der Bundesvertretung tätig. Sie engagiert sich für die FEST, weil das die einzige Fraktion ist, bei der jede*r ihre*seine Ideen einbringen kann. Sie sieht vor allem bei den PHen viele Probleme, die angepackt werden müssen.