What the Finanzierungslücke

30. April 2015 ‐ 21:28

Dieser Tage sorgt ein Brief des BMWFW für Wirbel. Darin werden die Universitäten aufgefordert in Summe 300 Millionen Euro einzusparen. Der Standard veröffentlichte die dreiseitige Liste an Vorschlägen, welche dem “Effizienzhebungspfad” zu Grunde liegen könnten (sollten?) [1].

Herausgreifend sind an dieser Stelle jene beiden Punkte, die sich den Kooperationen der Universitäten mit Fachhochschulen widmen:
“Abschluss von Vereinbarungen mit Fachhochschulen hinsichtlich Kostenerstattung von dort lehrendem Universitätspersonal innerhalb der Dienstzeit” und “Aktualisierung von Verträgen mit Fachhochschulen, soferne diese Infrastruktur der Universität nutzen”.

Einerseits regt das Ministerium seit Jahren verstärkte Kooperation zwischen Hochschulen sowie den Sektoren an: Die Aufforderung bei diesen nunmehr auf einen finanziellen Mehrwert für die Universität zu achten ist absurd, denn Geld ist fast nie Anlass und Motiv für Zusammenarbeit (maximal die gemeinsame Anschaffung bzw. Nutzung teurer Ausstattung für eine bessere und die Investition rechtfertigende Auslastung). Andererseits wurde erst vor Kurzem verkündet, dass die Höhe der Bundesförderung je FH-Studienplatz in den kommenden Jahren schrittweise erhöht wird. Die Vorschläge können daher auch so gelesen werden, die Universitäten sollen versuchen, sich von den zusätzlichen FH-Mitteln einen Teil zu holen.

Der Brief illustriert in atemberaubender Weise nicht nur den Unwillen, die österreichischen Hochschulen auszufinanzieren, sondern auch die Plan- und Konzeptlosigkeit der verantwortlichen Akteur*innen. Als FEST ist dieses Schreiben Anlass, noch vehementer und noch lauter, die Ausfinanzierung durch die öffentliche Hand und ein gemeinsames Studienrecht zu fordern. Und ein Alarmsignal, das auch die Studierenden aller Sektoren wahrnehmen sollten!

Autor Michael Hnelozub

Autor Michael Hnelozub

Michael Hnelozub ist 26 Jahre alt und studiert Architektur an der TU Wien. Derzeit ist er Referent für Fachhochschul-Angelegenheiten an der ÖH Bundesvertretung. Als ehemaliger FH-Student liegen ihm FH-bezogene Themen sehr am Herzen.