FEST freut sich auf die neue Exekutive

26. Juni 2015 ‐ 15:27

Heute wurde Magdalena Goldinger von der FEST zur Generalsekretärin der ÖH-Bundesvertretung ernannt. Die FEST freut sich, dass es auch in dieser Exekutivperiode möglich sein wird, die Situation der Studierenden auf Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen weiter zu verbessern und endlich eine Gleichberechtigung aller Studierenden zu Erreichen.

Eine Novelle des Fachhochschul-Studiengesetzes (FHStG) sehen wir im Rahmen unserer Arbeit als wichtiges Projekt in den kommenden zwei Jahren. Die rechtliche Situation für Studierende an Fachhochschulen nachhaltig zu verbessern ist ein klares Ziel. In vielen Bereichen sind FH-Studierende noch immer benachteiligt und durch die unausgeglichenen Machtverhältnisse von den FHen abhängig.

Außerdem ist es der FEST gerade jetzt, nach der Novelle des Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsgesetz, ein besonderes Anliegen, die neuen Hochschulvertretungen bei ihrem Übertritt zum Status der Körperschaften zu unterstützen, damit sie rechtlich abgesichert ihre Vertretungsarbeit aufnehmen können.

Ebenso wird sich die FEST konsequent in die Umsetzung der PädagogInnenbildung Neu einsetzen. Für die FEST steht besonders die Vernetzung der Hochschulen untereinander, sowie eine konsequente Standortsicherung im Vordergrund. Die Qualität der Lehre darf unter den veränderten Umständen nicht leiden und es muss einen klaren Fokus auf richtige Bedingungen für die Ausbildung von PädagogInnen geben.

Die FEST gratuliert Magdalena Goldinger, Philip Flacke (FLÖ), Meryl Haas (GRAS) und Lucia Grabetz (VSStÖ) zur Wahl ins Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung und freut sich auf zwei Jahre konstruktive Arbeit für Studierende.


Kommentar zum Evaluierungsbericht der StEOP

12. Juni 2015 ‐ 14:20

“Die Studierenden sollen dazu angehalten werden, möglichst früh ihre persönliche Studienwahl nochmals zu reflektieren.” Dieser Satz wurde von den Universitätsleitungen genannt als Beschreibung der StEOP, jedoch lässt sich mit der Daten, die in der Evaluierung der StEOP berücksichtigt wurden, diese Erwartung nicht belegen. Seit Einführung der StEOP im Wintersemester 2011 gab es keine signifikanten Veränderungen beim Inskriptionsverhalten oder beim Fortsetzungsverhalten von Studierenden. Einerseits kann ist es ein gutes Zeichen, dass diese Hürde, die den Studierenden in den Weg gelegt wurde, nicht zu einem deutlichen Rückgang der Inskriptionszahlen geführt hat, jedoch verbirgt sich der Teufel wie immer im Detail.

Gerade an der WU, die schon 2009 eine der StEOP ähnliche Eingangsphase eingeführt hatte, sinkt die Anzahl der Neuinskriptionen seitdem konstant, möglicherweise dauert es an den anderen Universitäten noch 1-2 Jahre bis die Auswirkungen der StEOP ersichtlich werden. Bis jetzt zeigt sich allerdings schon eine Auswirkung in der Statistik; Studierende die ihr Studium nach ihrem 24. Geburtstag beginnen und Studierende die über den zweiten Bildungsweg an die Hochschulen kommen setzen ihr Studium seltener nach dem 4. Semester fort. Es zeigt sich, dass vor allem ältere Studierende – wobei ich 24 nicht als alt bezeichnen würde – werden durch die Maßnahmen der Bundesregierung von den Hochschulen ferngehalten.

Die StEOP entstand durch einen politischen Kompromiss, weil sich die ÖVP und die Universitätsleitungen mit ihrem Wunsch nach Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen nicht durchsetzen konnten (die StEOP wird im Evaluierungsbericht selbst als solche bezeichnet). Die Ziele der Universitätsleitungen, durch die StEOP die Planbarkeit zu erhöhen und die Drop-Outs zu verringen, wurde wurde nicht erreicht. Einziges Resultat der StEOP und ihrer schwachen Vorgaben seitens der Regierung ist, dass Studierende oft Studienzeit verlieren, weil keine anderen Lehrveranstaltungen besucht bzw. abgeschlossen werden dürfen, bevor die gesamte StEOP positiv absolviert wurde.

Es zeigt sich, dass die StEOP die gewünschten Ziele nie erreichen konnte und keinen Mehrwert für die Studierenden und die Universitäten gebracht hat; trotzdem spricht das IHS die Empfehlung aus die StEOP beizubehalten und strenger zu gestalten.
Die Studienvertretungen sowie die ÖH Bundesvertretung beklagen mangelnde Information seitens der Universitäten und die zusätzlichen Belastungen, die für die Studierenden entstanden sind. Trotzdem spricht das IHS davon, dass fast alle Steakholder*innen an den Universitäten zufrieden mit der StEOP sind und fordert daher ihre Fortführung.

Für uns stellt sich dabei klarerweise die Frage, ob das IHS die Studierenden nicht als Steakholder*innen sieht und ob das Autor*innen-Team vor dem Schreiben der Empfehlungen ihre eigene Evaluierung gelesen hat (oder wurde diese im Vorhinein vom BMWFW zur Verfügung gestellt).

Für uns zeigt sich deutlich, dass die StEOP in den Jahren ihrer Existenz keinen erkenntlichen Nutzen hatte und nur dazu geführt hat, dass Teile der Studierenden ihr Studium nicht fortsetzen können. Wir fordern eine echte Orientierungsphase am Beginn des Studiums, bei der Studierende die Möglichkeit haben mehrere Studienrichtungen auszuprobieren und auf fundierter Basis ihre Studienwahl treffen können, dafür braucht es auch Information vor dem Studium an den Schulen. Hier leistet die ÖH mit ihrem Programm “Studieren Probieren”, der “Studienplattform” und dem Referat für Studien- und Maturant*innenberatung bereits großartige Arbeit, die weiter ausgebaut werden muss – denn die Regierung hat offenbar kein Interesse daran.