Diskriminieren und doppelt kassieren

28. Mai 2015 ‐ 9:59

Österreich rühmt sich eines differenzierten Hochschulsystems, seit 1993 das Fachhochschul-Studiengesetzes (FH-StG) beschlossen wurde. Bis heute unterscheiden sich die Regelungen für Fachhochschul-Einrichtungen von jenen an öffentlichen Universitäten. Während Universitäten regelmäßig im Mittelpunkt sowohl öffentlicher als auch parlamentarischer Debatten stehen, findet der Fachhochschulsektor mit seinen Eigenheiten und Entwicklungen wenig Beachtung. Die bisher 13 Novellierungen des FH-StG fanden dementsprechend beinahe unbemerkt statt.
 

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Studienbeiträge kein Kernelement des FH-Sektors. Diese wurden erst nachträglich im Jahr 2004 gesetzlich ermöglicht (4 der 21 FH-Einrichtungen machen davon keinen Gebrauch). Wenig bekannt ist auch die durch die letzte Novellierung 2012 geschaffene Möglichkeit zur Einhebung von kostendeckenden Studienbeiträgen von Studierenden aus Drittstaaten. Dadurch erhalten Studienplätze erstmals einen Preis, um den die Fachhochschulen ihr Bildungsangebot – die Studiengänge – verkaufen. Die “Ware” Bildung hat somit offiziell einen Preis. Doch welche Auswirkungen die neue Regelung auf internationale Studierende oder die Finanzlage der Fachhochschule-Einrichtung hat, bleibt verborgen (wir haben nachgefragt).

 
Problematisch ist dies vor allem deshalb, weil die FH-Einrichtungen je besetztem (nicht theoretischem!) Studienplatz einen Geldbetrag vom Bundesministerium erhalten (Ausnahmen bestehen bei den Gesundheitsstudien, wofür die Bundesländer pauschale Beträge zur Verfügung stellen). Es kann also sein, dass eine FH für einen Studienplatz doppelt kassiert: Einmal vom Bund und einmal von den Studierenden.

 
Da die Regierung bzw. das Bundesministerium keine ernstzunehmende Aufsicht ausübt, wird zugelassen, dass nicht nur Personen aus Drittstaaten durch enorme Studiengebühren massiv schlechter gestellt werden (sie müssen zusätzlich jedes Semester mehrere tausend Euro auf ihrem Konto nachweisen), sondern auch öffentliche Mittel missbräuchlich verwendet werden. Eine kritische und von den Regierungsparteien unabhängige ÖH muss hier Druck machen. Denn es gilt zu befürchten, dass im FH-System erprobt wird, was vielleicht bald an allen Hochschulen – auch für alle Studierenden – gelten soll: Ein hoher Preis für deinen Bachelor- oder Masterabschluss.


8.März – weil Feminismus immer noch notwendig ist!

8. März 2015 ‐ 11:04

Das ist ja ein Männerberuf, ist das nicht schwer? -Wie oft habe ich diese Frage schon gehört. Leider wirkt sie vor allem bei jungen Mädchen abschreckend, obwohl ihnen die Materie Spaß machen würde. Deshalb: mehr Selbstbestimmung bei der Studienwahl! – Silke Kern (FEST)

silke 8. maerz


Geschlechterrollen beeinflussen uns von Geburt an. Schon im Kindesalter werden wir in binäre Gruppen „Männlein“ und „Weiblein“ eingeteilt und in die Rollen, die das jeweilige Geschlecht gesellschaftlich mit sich trägt, hineingedrängt.
Es ist wichtig Gender-Mainstreaming nachzugehen um über diese Rollen und ihre Konsequenzen zu reflektieren und an Lösungen zu arbeiten um Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts völlig aus der Welt zu schaffen – in jedem Ort des Alltags und dadurch auch in der Lehre an Hochschulen. – Katia Ledoux (FEST)

katia 8. maerz


Auch an Hochschulen findet Diskriminierung statt. Sei es wegen des Geschlechts, sexueller Orientierung, Religion oder sonstigem. Dafür darf es keinen Platz geben. Es sollten an allen Hochschulen Abteilungen für Gleichbehandlungs-Angelegenheiten eingerichtet werden. – Elisabeth Kohlmaier (FEST)

eli 8. maerz


In einer von Männern dominierten Gesellschaft machen Frauen viele Erfahrungen, welche Männer nie erleben werden. Daher ist es umso wichtiger, dass Studentinnen, im Hinblick auf ihr weiteres Berufsleben, die Möglichkeit haben von Frauen gezielt gefördert und unterstützt zu werden und aus erster Hand von diesen Erfahrungen zu hören und zu lernen. – Michelle Leitgeb (FEST)

michelle 8. maerz


Frauenförderung setzt sich zum Ziel Frauen zu ermutigen sich für etwas zu engagieren, das ihnen von der Gesellschaft nicht zugeschrieben wird. Deshalb ist es notwendig auch an Hochschulen diese zu betreiben. Ein Schritt in diese Richtung ist eine Quotenregelung in allen Hochschul-Gremien, damit Frauen sich endlich stark machen können. – Anja Miscevic (FEST)

anja 8. maerz


Zur Europa-Wahl

2. Mai 2014 ‐ 10:40

Am 25. Mai wählen wir in Österreich 18 Personen ins europäische Parlament. Viel wird gestritten über Sinn und Unsinn der EU. Dabei sehen die meisten nicht über die Grenzen unseres Landes hinweg. Vereinzelt wird rezitiert, was verkürzt in manchen Medien berichtet wird und im Grund bloß altgediente, nicht selten fremdenfeindliche Vorurteile und nationalistische Klischees sind. Ein fortschrittliches Europa sollte anders funktionieren!

Demokratiedefizit und Intransparenz werden laut als fundamentale Hauptprobleme kritisiert, wobei kaum die Zahl oder die Unterschiede der (drei) Organe der EU bekannt sind. Das am stärksten demokratische und somit am stärksten legitimierte unter ihnen ist gleichzeitig das transparenteste: das Parlament. Eben dieses sind wir aufgerufen, am 25. Mai neu zu wählen. Wer sich also eine transparente und demokratische EU wünscht, muss das Parlament stärken und zur Wahl gehen!

Bleibt die Frage, wen soll ich wählen? Vielleicht ziehen wir zur Beantwortung die beiden Hauptkritikpunkte zur Hilfe. Wähle ich eine Partei, welche die Defizite bloß anprangert oder eine, welche diesen etwas Konstruktives gegenüberstellt. Wähle ich eine Partei, welche Unternehmensinteressen über alles stellt, oder eine, die sich für Menschrechte und soziale Absicherung einsetzt? Wähle ich eine Partei, welche bei der Diskriminierung von Minderheiten zusieht oder gar mithilft, oder eine, welche sich für Frieden in und jenseits der Grenzen Europas stark macht? Wähle ich eine Partei, welche für Überwachung und dadurch erleichterter Repression einsetzt, oder eine, welche transparente Regierungen statt gläserner Menschen fordert? Finde deine Antwort und triff deine Wahl für unser Europa!