Geld macht keine Stimmen!

19. Mai 2015 ‐ 9:22

Von heute bis Donnerstag finden bundesweit ÖH-Wahlen statt!

Du hast an Fachhoschschulen, Pädagogische Hochschulen, öffentlichen Universitäten und Privauniversitäten jetzt endlich die Möglichkeit, deine parteipolitisch-unabhängige Alternative – die FEST – direkt in die Bundesvertretung, aber auch auf lokalen Ebene zu wählen. Geh wählen, geh unabhängig wählen, damit der politische “Normal(still-)zustand” wie in am Beispiel der Bundesregierung unter schwarz-rot, eine neoliberale Bildungspolitik ala JUNOS oder eine planlose Bildungspolitik der AktionsGemeinsachft nicht die ÖH bestimmt!

Sei kritisch, nimm dein Recht zur Wahl an und entscheide dich für parteiunabhängige Alternativen! FEST wählen gehen!


What the Finanzierungslücke

30. April 2015 ‐ 21:28

Dieser Tage sorgt ein Brief des BMWFW für Wirbel. Darin werden die Universitäten aufgefordert in Summe 300 Millionen Euro einzusparen. Der Standard veröffentlichte die dreiseitige Liste an Vorschlägen, welche dem “Effizienzhebungspfad” zu Grunde liegen könnten (sollten?) [1].

Herausgreifend sind an dieser Stelle jene beiden Punkte, die sich den Kooperationen der Universitäten mit Fachhochschulen widmen:
“Abschluss von Vereinbarungen mit Fachhochschulen hinsichtlich Kostenerstattung von dort lehrendem Universitätspersonal innerhalb der Dienstzeit” und “Aktualisierung von Verträgen mit Fachhochschulen, soferne diese Infrastruktur der Universität nutzen”.

Einerseits regt das Ministerium seit Jahren verstärkte Kooperation zwischen Hochschulen sowie den Sektoren an: Die Aufforderung bei diesen nunmehr auf einen finanziellen Mehrwert für die Universität zu achten ist absurd, denn Geld ist fast nie Anlass und Motiv für Zusammenarbeit (maximal die gemeinsame Anschaffung bzw. Nutzung teurer Ausstattung für eine bessere und die Investition rechtfertigende Auslastung). Andererseits wurde erst vor Kurzem verkündet, dass die Höhe der Bundesförderung je FH-Studienplatz in den kommenden Jahren schrittweise erhöht wird. Die Vorschläge können daher auch so gelesen werden, die Universitäten sollen versuchen, sich von den zusätzlichen FH-Mitteln einen Teil zu holen.

Der Brief illustriert in atemberaubender Weise nicht nur den Unwillen, die österreichischen Hochschulen auszufinanzieren, sondern auch die Plan- und Konzeptlosigkeit der verantwortlichen Akteur*innen. Als FEST ist dieses Schreiben Anlass, noch vehementer und noch lauter, die Ausfinanzierung durch die öffentliche Hand und ein gemeinsames Studienrecht zu fordern. Und ein Alarmsignal, das auch die Studierenden aller Sektoren wahrnehmen sollten!

Autor Michael Hnelozub

Autor Michael Hnelozub

Michael Hnelozub ist 26 Jahre alt und studiert Architektur an der TU Wien. Derzeit ist er Referent für Fachhochschul-Angelegenheiten an der ÖH Bundesvertretung. Als ehemaliger FH-Student liegen ihm FH-bezogene Themen sehr am Herzen.


Studieren mit Kind – ein Kinderspiel !?!

28. April 2015 ‐ 21:04

Jede zweite Woche ist Montag mein absoluter Lieblingstag. Da weiß ich schon am Freitag Abend, dass Montag früh sehr sehr anstrengend wird.

Jeden zweiten Montag muss ich von 8:10 bis 17:00 Uhr an der PH sein. Eigentlich ja kein Problem – würde man meinen, ist doch ein ganz normaler Tag an einer Hochschule. Prinzipiell ja, aber ich habe zu Hause eine kleine willensstarke Fünfjährige, die das ganze etwas erschwert.
Meine Kinderbetreuung hat Mo-Fr von 7:30-15:30 geöffnet und genau hier liegt nun das Problem. Meine Kinderbetreuung und meine Hochschule liegen mindestens eine 30 minütige Autofahrt voneinander entfernt – mit öffentlichen Verkehrsmitteln 1h! Das bedeutet für so einen tollen Montag, aufstehen um 6:30  – versuchen ein Fünfjährige dazu zu bewegen aufzustehen, die doch vieeeel lieber weiter schlafen möchte. Zeitpuffer für etwaige Überschwemmungen beim Frühstück oder für Trotzanfälle sind nicht eingeplant – es muss alles wie am Schnürchen funktionieren, damit ich auch noch pünktlich an der Hochschule ankomme. Ist das Kind versorgt und ich selber an der Hochschule, hoffe ich, dass mein Telefon nicht beginnt zu vibrieren und mir meine organisierte Kinderbetreuung für diesen Tag nicht zusammenfällt.

Wäre diese Situation nur 1-mal die Woche wäre es ja halb so schlimm. Nur stehe ich vor diesen Situationen fast jeden Tag, wenn alles gut läuft und keine verpflichtenden Lehrveranstaltungen verschoben werden, schaffe ich es an 2 Tagen in der Woche meine Tochter um 15:30 selber abzuholen.
Manche Studierende haben Lehrveranstaltungen bis 20 Uhr am Abend. Wem soll man seine Kinder bis zu diesem Zeitpunkt anvertrauen? Wer übernimmt noch die Verantwortung für die Kinder um diese Zeit? Gerade Alleinerziehende und Eltern, die nicht auf ein engmaschiges familiäres oder anderwärtiges Betreuungsnetzwerk zurückgreifen können, stehen vor fast unlösbaren Problemen.

Jetzt kann man sich fragen warum man Übungen und Seminare wählt, wenn man keine Kinderbetreuung um diese Uhrzeit hat. Ganz simpel – an vielen Hochschulen werden Seminar und Übungen nur 1-Mal pro Jahr angeboten und es gibt keine Alternative. Die Folge ist nun entweder du schaffst es dich zu organisieren und kommst oder du kannst dein Studium vergessen. DAS ist nicht FAIR!
Gerade in Studien mit hohen Anwesenheitspflichten ist die Vereinbarkeit des Studiums mit Betreuungspflichten sehr schwer.

Was ist nun die Lösung?

Es sollte Betreuungseinrichtungen in der unmittelbaren Nähe der Hochschulstandorte geben, die auf die Lehrveranstalltungszeiten abgestimmt sind.
Außerdem sollte es an Hochschulen Freiräume für Kinder geben. D.h Räumlichkeiten, die auf Kinder abgestimmt sind – damit man Kinder auch mal mitnehmen kann.

Eine große Erleichterung wären Studienpläne, die flexibler gestaltet sind, damit man sein Studium besser mit den Betreuungszeiten abstimmen kann. Nicht zu vergessen ist die Herabsetzung der Anwesenheitspflichten – denn jede Stunde, in der man nicht zwingend anwesend sein muss, lindert den Stress in der Organisation der Kinderbetreuung.

ES MUSS möglich SEIN ein LEBEN neben dem STUDIUM zu haben.

Autorin Magdalena Goldinger

Autorin Magdalena Goldinger

Magdalena Goldinger ist 28 Jahre alt und studiert Lehramt NMS für Mathematik und Geschichte an der kirchlich pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Als Mutter einer 5 jährigen Tochter liegen ihr die Themen Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. von Beruf und Studium sehr am Herzen.


Soziale Missstände der Studierenden

27. April 2015 ‐ 21:18

Während des Sommersemesters 2011 haben Studierende im Durchschnitt wöchentlich 19,8h neben ihrem Studium gearbeitet. Die Tatsache, dass diese Daten aus dem Jahr 2011 stammen, zeigt die Ignoranz der Bundespolitik gegenüber den sozialen Problemen der Studierenden, genauso wie die Weigerung die Studienbeihilfe an das Maß der Mindestsicherung anzupassen. Eine Umfrage der ÖH aus dem Jahr 2014 [1] zeigt sogar noch ein deutlicheres Bild. Dabei hat sich der Prozentsatz der Studierenden, die neben dem Studium arbeiten auf 84% erhöht. Die Umfrage zeigt weiter, dass der Großteil in einem Arbeitsbereich tätig ist, der fachlich nicht mit der Studienrichtung zusammenpasst. Das Bild der Studierenden, die nach der Matura in Regelstudiendauer ihr Studium absolvieren und danach am Arbeitsmarkt sofort einen gut bezahlten Job finden, ist seit längerem nicht mehr zeitgemäß. Das Durchschnittsalter der Studierenden liegt bei über 26 Jahren und die Tendenz ist steigend.

Dennoch werden Altersgrenzen verringert und staatliche Förderungen gekürzt. Fatale Auswirkungen dabei haben noch immer die Kürzungen der Regierungsklausur in Loipersodrf im Jahr 2011 bei denen neben der Kürzung der Famileinbeihilfe auch die staatliche Förderung der Selbstversicherung für Studierende wegfiel, was die Kosten für eine Versicherung verdoppelte. Die Erhöhung der Familienbeihilfe 2014 war ein längst überfälliger Schritt und deckt dabei in keiner Weise die Inflation ab. Darüber hinaus wird die Familienbeihilfe als Einkommen bei der Berechnung der Studienbeihilfe deklariert. Damit führt die Erhöhung der Familienbeihilfe zu einer Verringerung der Studienbeihilfe bei Studierenden, die auf Unterstützung angewiesen sind. Leider ist es derzeit nur 12% der Studierenden möglich überhaupt Studienbeihilfe zu beziehen. Die Berechnungsmethodik erschwert es Studierenden für den Stipendienbezug infrage zu kommen.

Hohe Wohnkosten belasten dabei die Budgets der Studierenden noch stärker als vor vier Jahren. Hier stammen die aktuellsten Daten von einer ÖH Umfrage aus dem Jahr 2013 [2]. Die Kürzung der Förderung von Studierendenwohnheimen führt auch hier zu einer starken Erhöhung der Kosten und sorgt dafür, dass nicht einmal mehr 10% der Studierenden in einem Wohnheim wohnen. Seit den Kürzungen sind die Mietpreise in Studierendenwohnheimen innerhalb von vier Jahren um 60% gestiegen. Studierende sind durch die hohen Wohnkosten oft am finanziellen Limit.

Am härtesten sind hier Studierende aus Drittstaaten betroffen, die durch staatliche Förderungen nicht erfasst werden und mit weiteren Einschränkungen zu kämpfen haben. Neben der eingeschränkten Arbeitserlaubnis wird von ihnen höheres Eigenkapital erwartet – eine sehr widersprüchliche Forderung des Staates, die Studierende oft in prekäre Arbeitsverhältnisse zwingt.

Dabei sind viele der sozialen Probleme der Studierenden hausgemacht. Knock-out Eingangsphasen (StEOP), Studienpläne, die nicht in Regelstudiendauer absolviert werden können und ein zu geringes Lehrveranstaltungsangebot führen dazu, dass die Toleranzsemester und Altersgrenzen überschritten werden und Beihilfen verloren gehen. Aus diesem Grund müssen Studierende neben dem Studium mehr arbeiten und die Studienzeit verzögert sich weiter. Ein Kreislauf, der eine unnötige Anzahl an Drop-Outs verursacht.

Wir fordern daher:

  •       Ausweitung der Toleranzsemester für alle Beihilfen
  •       Abschaffen der Altersgrenze der Studienbeihilfe
  •       Anhebung der Altersgrenze der Familienbeihilfe auf 27 Jahre
  •       Wiedereinführung der Studiheimförderung
  •       Krankenversicherung für alle Studierende
  •       Anhebung der Studienbeihilfe
Autor Martin Hajek

Autor Martin Hajek

Martin Hajek ist 23 Jahre alt und Studiert an der FH Technikum Wien im Master Gesundheits- und Rehabilitationstechnik sowie an der Universität Wien im Bachelor Mathematik und ist derzeit im Referat für Sozialpolitik der ÖH Bundesvertretung tätig.


PHen, deren fehlende Demokratie und sonstige Probleme..

23. April 2015 ‐ 11:23

Der Hochschulsektor der Pädagogischen Hochschulen wird eher immer zur Seite geschoben und nicht sehr ernst genommen. Warum ist das so?

Möglicherweise weil sie nicht wie alle anderen Hochschulsektoren dem Wissenschaftsministerium untergeordnet sind, sondern dem Bildungsministerium und das Wissenschaftsministerium sich denkt, damit haben wir nichts am Hut, das ist nicht unsere Aufgabe.

Und hier fängt das Problem schon an. Das Bildungsministerium will die pädagogischen Hochschulen auf keinen Fall verlieren, da diese unter ihrem Fuchtel stehen. Die PHen sind nicht wie alle anderen Hochschulsektoren autonom, sie sind weisungsgebunden. Das bedeutet, dass das Ministerium alles verhindern und anschaffen kann. Ich selbst bin in der Studienkommision (bald Hochschulkollegium) gesessen und habe dies miterlebt. Es stand eine Abstimmung bevor, bei der alle dagegen waren. Jedoch mussten alle dafür stimmen, da das Ministerium dies befohlen hat. Natürlich waren die Studierenden alle dagegen, jedoch mit 3 von 12 Stimmen, eher nichts aussagend.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Problem was Demokratie angeht. Die Studierenden sind bis jetzt in der Studienkommision mit nur 3 Stimmen vertreten. Wie ist das fair? Sind die Studierenden nicht die, die über die Qualität ihres Studiums in einer Art und Weise mitbestimmen sollten, die auch gehört wird?

Und das war auch schon das einzige Organ in dem Studierende sitzen. Mit dem neuen HG (Hochschulgesetz) haben sie zwar auch ein Recht bei den neu einegerichteten Curricularkommisionen zu sitzen, aber wieder so, dass eine richtige Mitbestimmung einfach nicht möglich ist.

Bei den PHen gibt es dann noch den Hochschulrat. Das Organ, das an und für sich alles Wichtige bestimmt, was mit der PH passiert. Da ist die ÖH nicht mal mit einer Stimme vertreten. Aber ratet mal wer hier die meisten Stimmen hat – natürlich der Landes- bzw. Stadtschulrat (die ja auch vom Ministerium kontrolliert werden). Somit ist hier wieder die Autonomie und die echte Demokratie nicht gegeben.

Also stellt sich mir die Frage: Was darf eine PH nun eigentlich selber bestimmen? Mir fällt darauf keine Antwort ein. Es muss alles vom Ministerium überprüft werden, sonst gibt es sofort eine Weisung. Kann die Qualität für ein Studium gesichert sein, wenn die Pädagogischen Hochschulen für ein politisches Spiel missbraucht werden? Das kann ich mir leider nicht vorstellen.

Und darum setzt sich die FEST für weisungsungebundene PHen und für mehr Mitbestimmung der Studierenden ein.

Autorin Elisabeth Kohlmaier

Autorin Elisabeth Kohlmaier ist 24 Jahre alt und studiert Volksschullehramt an der KPH Wien/Krems. Dort ist sie seit dem ersten Semester in der ÖH und wurde später auch Vorsitzende. Seit 2013 ist sie Referentin für pädagogische Angelegenheiten in der Bundesvertretung tätig. Sie engagiert sich für die FEST, weil das die einzige Fraktion ist, bei der jede*r ihre*seine Ideen einbringen kann. Sie sieht vor allem bei den PHen viele Probleme, die angepackt werden müssen.