Studieren mit Kind – ein Kinderspiel !?!

28. April 2015 ‐ 21:04

Jede zweite Woche ist Montag mein absoluter Lieblingstag. Da weiß ich schon am Freitag Abend, dass Montag früh sehr sehr anstrengend wird.

Jeden zweiten Montag muss ich von 8:10 bis 17:00 Uhr an der PH sein. Eigentlich ja kein Problem – würde man meinen, ist doch ein ganz normaler Tag an einer Hochschule. Prinzipiell ja, aber ich habe zu Hause eine kleine willensstarke Fünfjährige, die das ganze etwas erschwert.
Meine Kinderbetreuung hat Mo-Fr von 7:30-15:30 geöffnet und genau hier liegt nun das Problem. Meine Kinderbetreuung und meine Hochschule liegen mindestens eine 30 minütige Autofahrt voneinander entfernt – mit öffentlichen Verkehrsmitteln 1h! Das bedeutet für so einen tollen Montag, aufstehen um 6:30  – versuchen ein Fünfjährige dazu zu bewegen aufzustehen, die doch vieeeel lieber weiter schlafen möchte. Zeitpuffer für etwaige Überschwemmungen beim Frühstück oder für Trotzanfälle sind nicht eingeplant – es muss alles wie am Schnürchen funktionieren, damit ich auch noch pünktlich an der Hochschule ankomme. Ist das Kind versorgt und ich selber an der Hochschule, hoffe ich, dass mein Telefon nicht beginnt zu vibrieren und mir meine organisierte Kinderbetreuung für diesen Tag nicht zusammenfällt.

Wäre diese Situation nur 1-mal die Woche wäre es ja halb so schlimm. Nur stehe ich vor diesen Situationen fast jeden Tag, wenn alles gut läuft und keine verpflichtenden Lehrveranstaltungen verschoben werden, schaffe ich es an 2 Tagen in der Woche meine Tochter um 15:30 selber abzuholen.
Manche Studierende haben Lehrveranstaltungen bis 20 Uhr am Abend. Wem soll man seine Kinder bis zu diesem Zeitpunkt anvertrauen? Wer übernimmt noch die Verantwortung für die Kinder um diese Zeit? Gerade Alleinerziehende und Eltern, die nicht auf ein engmaschiges familiäres oder anderwärtiges Betreuungsnetzwerk zurückgreifen können, stehen vor fast unlösbaren Problemen.

Jetzt kann man sich fragen warum man Übungen und Seminare wählt, wenn man keine Kinderbetreuung um diese Uhrzeit hat. Ganz simpel – an vielen Hochschulen werden Seminar und Übungen nur 1-Mal pro Jahr angeboten und es gibt keine Alternative. Die Folge ist nun entweder du schaffst es dich zu organisieren und kommst oder du kannst dein Studium vergessen. DAS ist nicht FAIR!
Gerade in Studien mit hohen Anwesenheitspflichten ist die Vereinbarkeit des Studiums mit Betreuungspflichten sehr schwer.

Was ist nun die Lösung?

Es sollte Betreuungseinrichtungen in der unmittelbaren Nähe der Hochschulstandorte geben, die auf die Lehrveranstalltungszeiten abgestimmt sind.
Außerdem sollte es an Hochschulen Freiräume für Kinder geben. D.h Räumlichkeiten, die auf Kinder abgestimmt sind – damit man Kinder auch mal mitnehmen kann.

Eine große Erleichterung wären Studienpläne, die flexibler gestaltet sind, damit man sein Studium besser mit den Betreuungszeiten abstimmen kann. Nicht zu vergessen ist die Herabsetzung der Anwesenheitspflichten – denn jede Stunde, in der man nicht zwingend anwesend sein muss, lindert den Stress in der Organisation der Kinderbetreuung.

ES MUSS möglich SEIN ein LEBEN neben dem STUDIUM zu haben.

Autorin Magdalena Goldinger

Autorin Magdalena Goldinger

Magdalena Goldinger ist 28 Jahre alt und studiert Lehramt NMS für Mathematik und Geschichte an der kirchlich pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Als Mutter einer 5 jährigen Tochter liegen ihr die Themen Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. von Beruf und Studium sehr am Herzen.


PHen, deren fehlende Demokratie und sonstige Probleme..

23. April 2015 ‐ 11:23

Der Hochschulsektor der Pädagogischen Hochschulen wird eher immer zur Seite geschoben und nicht sehr ernst genommen. Warum ist das so?

Möglicherweise weil sie nicht wie alle anderen Hochschulsektoren dem Wissenschaftsministerium untergeordnet sind, sondern dem Bildungsministerium und das Wissenschaftsministerium sich denkt, damit haben wir nichts am Hut, das ist nicht unsere Aufgabe.

Und hier fängt das Problem schon an. Das Bildungsministerium will die pädagogischen Hochschulen auf keinen Fall verlieren, da diese unter ihrem Fuchtel stehen. Die PHen sind nicht wie alle anderen Hochschulsektoren autonom, sie sind weisungsgebunden. Das bedeutet, dass das Ministerium alles verhindern und anschaffen kann. Ich selbst bin in der Studienkommision (bald Hochschulkollegium) gesessen und habe dies miterlebt. Es stand eine Abstimmung bevor, bei der alle dagegen waren. Jedoch mussten alle dafür stimmen, da das Ministerium dies befohlen hat. Natürlich waren die Studierenden alle dagegen, jedoch mit 3 von 12 Stimmen, eher nichts aussagend.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Problem was Demokratie angeht. Die Studierenden sind bis jetzt in der Studienkommision mit nur 3 Stimmen vertreten. Wie ist das fair? Sind die Studierenden nicht die, die über die Qualität ihres Studiums in einer Art und Weise mitbestimmen sollten, die auch gehört wird?

Und das war auch schon das einzige Organ in dem Studierende sitzen. Mit dem neuen HG (Hochschulgesetz) haben sie zwar auch ein Recht bei den neu einegerichteten Curricularkommisionen zu sitzen, aber wieder so, dass eine richtige Mitbestimmung einfach nicht möglich ist.

Bei den PHen gibt es dann noch den Hochschulrat. Das Organ, das an und für sich alles Wichtige bestimmt, was mit der PH passiert. Da ist die ÖH nicht mal mit einer Stimme vertreten. Aber ratet mal wer hier die meisten Stimmen hat – natürlich der Landes- bzw. Stadtschulrat (die ja auch vom Ministerium kontrolliert werden). Somit ist hier wieder die Autonomie und die echte Demokratie nicht gegeben.

Also stellt sich mir die Frage: Was darf eine PH nun eigentlich selber bestimmen? Mir fällt darauf keine Antwort ein. Es muss alles vom Ministerium überprüft werden, sonst gibt es sofort eine Weisung. Kann die Qualität für ein Studium gesichert sein, wenn die Pädagogischen Hochschulen für ein politisches Spiel missbraucht werden? Das kann ich mir leider nicht vorstellen.

Und darum setzt sich die FEST für weisungsungebundene PHen und für mehr Mitbestimmung der Studierenden ein.

Autorin Elisabeth Kohlmaier

Autorin Elisabeth Kohlmaier ist 24 Jahre alt und studiert Volksschullehramt an der KPH Wien/Krems. Dort ist sie seit dem ersten Semester in der ÖH und wurde später auch Vorsitzende. Seit 2013 ist sie Referentin für pädagogische Angelegenheiten in der Bundesvertretung tätig. Sie engagiert sich für die FEST, weil das die einzige Fraktion ist, bei der jede*r ihre*seine Ideen einbringen kann. Sie sieht vor allem bei den PHen viele Probleme, die angepackt werden müssen.

 

 

 


FEST startet in den Wahlkampf mit der Vorstellung des Spitzenkandidat*innenteams

17. April 2015 ‐ 10:25

Mit der Präsentation des Spitzenkandidat*innenteams beginnt der Wahlkampf für die Fraktion Engagierter Studierender (FEST). Das Team, bestehend aus Magdalena Goldinger (Pädagogische Hochschule), Sasan Djalali (öffentliche Universität) und Kathrin Romanowski (Fachhochschule), will in den kommenden zwei Jahren eine starke Vertretung für Studierende aller Hochschulsektoren sein. Neben allgemeiner bildungspolitischer Expertise hat die FEST in den vergangenen Jahren sehr viel Know-How und Expertise im Bereich des FH- und PH-Sektors aufgebaut.

Unser Spitzenkandidat*innen Team (v.l.n.r.) Magdalena Goldinger, Sasan Djalali und Kathrin Romanowski
Unser Spitzenkandidat*innen Team (v.l.n.r.) Magdalena Goldinger, Sasan Djalali und Kathrin Romanowski

Die vielen studienrechtlichen Baustellen im österreichischen Hochschulsystem sind der Antriebsgrund für die Arbeit in der Studierendenvertretung und der Grund für das Bestehen der FEST. Das Studium alleine füllt nicht die gesamte Zeit einer Studierenden aus. Daher steht die FEST “für ein Leben neben dem Studium”. Die alleinerziehende Mutter Magdalena Goldinger kennt dies Problem nur zu gut. “Die starren Curricula und hohen Anwesenheitsvorgaben, oft bis 21h pro Woche schränken die Zeit mit meiner Tochter oft ein. In vielen Lehrveranstaltungen ist die Anwesenheitspflicht oft nicht zielführend.”, so Goldinger. Daher müssen an Hochschulen die Bedingungen für berufstätige Studierende oder Studierende mit Kindern verbessert werden. Studierende sollen die Wahlfreiheit haben, ob sie ihr Studium in sechs oder zehn Semester absolvieren wollen. Den Hochschulen fehlt der Raum für Reflexion und um in die Breite zu schauen.

Unter dem Slogan “Unsere Hochschulen brauchen Brücken” steht die Notwendigkeit klarer gesetzlicher Regelungen für die Anrechnung von Lehrveranstaltungen und die Erhöhung der Mobilität von Studierenden. “Es ist derzeit nicht möglich ohne Studienzeitverlust vom Jus-Studium in Graz nach Wien zu wechseln. Studierenden werden hier unnötig Steine in den Weg gelegt.”, so Sasan Djalali. Der Wechsel von einer FH an eine Universität gestaltet sich oft noch schwieriger, daher muss es eine deutlich besser Zusammenarbeit zwischen den Sektoren geben.

Nicht alleine die Durchlässigkeit zwischen den Hochschulsektoren, sondern auch die unterschiedlichen Regelungen an diesen birgt Schwierigkeiten für Studierende. An den privatrechtlich geregelten FHen werden Ausbildungsverträge zwischen der Erhalterin bzw. dem Erhalter und den Studierenden geschlossen. “Diese Ausbildungsverträge sind derzeit willkürlich gestaltet und unterliegen der Gutwilligkeit der einzelnen Fachhochschulen. Oftmals enthalten diese sitten- und gesetzeswidrige Inhalte. Dagegen muss vorgegangen werden!”, so Kathrin Romanowski. Eine mögliche Lösung wäre das Überführen der studienrechtlichen Bestimmungen an Fachhochschulen in öffentliches Recht. So wären FH-Studierende jenen der öffentlichen Universitäten gleich gesetzt und können einfacher für ihre Rechte kämpfen.

Durch die Novellierung des Hochschüler*innen- und Hochschülerschaftsgesetzes wurde ein kleiner Schritt in Richtung eines gemeinsamen Hochschulsektors und mehr Mitbestimmung durch die Studierenden erreicht. “Wir freuen uns gemeinsam mit der FLÖ, der GRAS und dem VSStÖ diesen Schritt erreicht zu haben. Auch wenn gerade wir, die FEST, welche ursprünglich aus den FH-Vertretungen entstand, das Wahlergebnis durch diese Änderungen nicht abschätzen können, freuen wir uns, mehr Mitbestimmung für Studierende erreicht zu haben!”, so die Spitzenkandidatin Magdalena Goldginger. “Auch auf unserer Liste wurde auf die Durchmischung von Studierenden aus den unterschiedlichen Hochschulsektoren geachtet. Somit können wir besser auf die Bedürfnisse aller Studierenden eingehen.”, kommentiert Sasan Djalali. Abschließend Kathrins Statement zum Wahlziel: “Wir schätzen, dass wir zwischen fünf und sieben Mandate erreichen werden. Im Anschluss erobern wir die Weltherrschaft.”

Magdalena Goldinger ist 28 Jahre alt und studiert Lehramt NMS für Mathematik und Geschichte an der kirchlich pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Als  Mutter einer 5 jährigen Tochter liegen ihr die Themen Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. von Beruf und Studium sehr am Herzen.

Sasan Djalali ist 26 Jahre alt und studiert Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Wien. Als Student zweier Studien an der Universität und leidenschaftlicher Tänzer, Schachspieler und Wanderer, ist es ihm ein Anliegen, dass allen Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, ein Leben neben dem Studium zu haben.

Kathrin Romanowski ist 21 Jahre alt und hat nach Abschluss ihrer Matura im Jahr 2014 mit dem Studium Green Building an der FH Campus Wien begonnen. Als Studentin im undurchschaubaren System der FHen setzt sie sich gegen die willkürlichen Entscheidungen der Studiengangsleitungen an Fachhochschulen ein.

 

Rückfragehinweis:

Fraktion Engagierter Studierender – FEST

Anja Miščević und Maximilian Golden

Wahlkampfkoordination

E-Mail:

Tel.: 0043 676 607 94 02

Web: http://www.die-fest.at


Stellungnahme zum HSG 2014

26. April 2014 ‐ 11:38

Die FEST hat in unzähligen Arbeitsstunden gemeinsam eine Stellungnahme zum neuen ÖH Gesetzt (HSG 2014) ausgearbeitet und im Rahmen des offiziellen parlamentarischen Stellungnahmenverfahrens eingebracht. Nachfolgend findet ihr eine kurze Zusammenfassung unserer Stellungnahme sowie die gesamte Stellungnahme zum Downloaden. Punkte und Textpassagen aus dieser Stellungnahmen dürfen gerne auch für eure eigenen Stellungnahmen übernommen werden. Unsere (vorrausichtlich ab Montag) sowie alle anderen Stellungnahmen findet ihr übrigens unter diesem Link. Für Rückfragen stehen wir euch gerne zur Verfügung (siehe dazu unser Kontaktformular).

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Zur Reform des HochschülerInnenschaftsgesetzes

3. April 2014 ‐ 10:19

Langjährige Forderungen der Direktwahl und Stärkung der FH-, PH- und PU-Vertretungen endlich umgesetzt

Nach der Entdemokratisierung der ÖH unter Schwarz-Blau vor 10 Jahren können Studierende endlich ihre gesetzliche Vertretung auf Bundesebene wieder direkt wählen. Carina Heinreichsberger, Studentin an der PH Niederösterreich und stellvertretende Klubsprecherin der Fraktion Engagierter Studierender (FEST)  freut sich: “Vor 10 Jahren wurde versucht die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft mit dem HSG 2005 mundtot zu machen. Das hat jetzt ein Ende. Wir freuen uns, dass wir die Bundesvertretung endlich wieder direkt wählen können!“

Die derzeitige Vertretungsstruktur an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen ist mit jenen an Universitäten im aktuellen System nicht zu vergleichen. Der Gesetzesentwurf sieht nun eine politische und rechtliche Aufwertung dieser Vertretungen vor. Die Studierendenvertretungen von Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen mit über 1000 Studierenden werden zu vollwertigen Körperschaften des öffentlichen Rechts und können sich endlich selbst verwalten. Studentin an der FH Joanneum und FEST-Klubsprecherin Silke Kern hält fest: „Gleiche Rechte für alle Studierende unabhängig vom Hochschultyp sind uns ein jahrelanges Anliegen. Neben der Aufwertung der FH und PH Vertretungen werden jetzt auch endlich Studierende an Privatuniversitäten per Gesetz von einer starken ÖH vertreten.”

Neben den vielen positiven Änderungen, gibt es auch einige fragwürdige Passagen in diesem Gesetz. Ein großer Kritikpunkt ist laut Heinreichsberger die Aufteilung der Wahltage: “Für viele berufsbegleitende Studierende ist es leider nicht möglich zwischen Dienstag und Donnerstag wählen zu gehen. Hier fordern wir einen zusätzlichen Wahltag am Freitag. Im Rahmen der Begutachtungsphase hoffen wir daher auf viele Stellungnahmen der Fachhochschul- und Pädagogischen Hochschulvertretungen.” Alles in allem ist dieses Gesetz aber dennoch ein großer Erfolg. Silke Kern abschließend: “Mit der HSG-Reform wurde ein Meilenstein erreicht. Die FEST hat bei dieser Reform mitgewirkt und wird sich weiterhin mit vollem Einsatz für gleiche Rechte aller Studierenden unabhängig des Hochschultypes einsetzen.”