Grundsätze und wer wir sind

Die Fraktion Engagierter Studierender ‐ FEST ist eine offene Plattform für Studierende der Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, öffentlichen sowie Privatuniversitäten, die an ihren Hochschulen sowie in der Bildungspolitik etwas bewegen wollen. Alle, die an einer gleichberechtigten, inhaltlichen Auseinandersetzung und Arbeit interessiert sind, sind in der FEST herzlich willkommen.

Wir stehen kompromisslos auf der Seite der Studierenden, sowie auch jenen die es noch werden wollen und deren Anliegen. Wir sehen es als unsere Aufgabe Geschäftsführungen, Senats-, Studienkommissions und Kollegiumsmitglieder, Rektorate, zuständige Ministerien und andere AkteurInnen im Hochschulbereich mit den Interessen und Problemen von Studierenden zu konfrontieren. Standpunkte und Argumente zählen in unserer Arbeit mehr als jede Seilschaft.

Die österreichische Bildungs- und Wissenschaftspolitik ist seit Jahren geprägt von Stillstand, die Studierendenproteste 2009 waren deshalb ein wichtiger Impuls und wurden von uns unterstützt. Wir treten für offene und unabhängige Hochschulen ein, in denen die Studierenden als gleichberechtigte Hochschulangehörige gesehen werden.

Die FEST in der ÖH

Die FEST hat bereits 2009, kurz nach ihrer Gründung, in der ÖH Bundesvertretung weitreichende Verantwortung übernommen und ging nach langwierigen Verhandlungen eine Koalition mit GRAS (Grüne Alternative StudentInnen) und VSStÖ (Verband Sozialistischer Student_innen) ein. Mit Thomas Wallerberger (FH Campus Wien) und Benedikt Rust (FH Burgenland) stellte die FEST in dieser Exekutive (2009 – 2011) beide stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvertretung.

Die FEST hat sich in dieser Zeit durch ihre aktive Arbeit in den verschiedenen Referaten (ua. Referat für Bildungspolitik, Referat für Öffentlichkeitsarbeit, Referat für FH Angelegenheiten, Referat für Internationales) und Ausschüssen der Bundesvertretung als verlässliche Partnerin in der Bildungspolitik etabliert. Dies zeigte sich zum einen bei der Erarbeitung der letzten FHStG Novelle, die es ohne die FEST nicht gegeben hätte, sowie auch 2011 in der Mandatsverteilung, denn die FEST konnte sich von 8 von 85 (2009 – 2011) auf bis zu 13 von 96 (2011 – 2013) Mandate steigern. Neben den Vorsitztätigkeiten stellt die FEST in der Exekutive von 2009 bis 2011 auch das Fachhochschul-Referat sowie zeitweise auch die Wirtschaftsreferntin.

2011 entschied man sich die erfolgreiche und konstruktive Zusammenarbeit mit der GRAS und dem VSStÖ fortzusetzen. Um eine stabile Mehrheit in der Bundesvertretung zu bilden wurden auch noch die Unabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) mit ins Boot geholt. Im Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung stellt die FEST seit Beginn der Exekutive mit Peter Grabuschnig (FH WKW Wien) bzw. mit Christoph Huber (FH Joanneum Graz) den Generalsekretär. Darüberhinaus ist sie auch wieder in allen wichtigen Referaten der Bundesvertretung sowie in allen Ausschüßen vertreten. Neben dem Fachhochschul-Referat übernahm die FEST auch die Verantwortung über das Referat für pädagogische Angelegenheiten und ist nach wie vor maßgeblich am Prozess der Neugestaltung der PädagogInnenbildung beteiligt.

2013 trat die FEST zum ersten mal bei einer Direktwahl an. Bis dato war die FEST nur indirekt über die Fachhochschul- und Pädagogischen Hochschulvertretungen wählbar. Man erreichte auf Anhieb mehr als 6 % der Stimmen für die Universitätsvertretung was zwei Mandate auf Universitätsebene und ein Mandat auf Bundesebene bedeutete. Insgesamt konnte die FEST in der Bundesvertretung nocheinmal zulegen und stellt derzeit von 100 MandatarInnen in der Bundesvertretung 15. Dazu kommen noch einige befreundete MandatarInnen die keinem Klub angehören aber sehr eng mit der FEST zusammenarbeiten. Die Koalition mit den unabhängigen Fachschaftslisten, der GRAS und dem VSStÖ wurde auch in dieser Exekutive fortgesetzt. Die FEST stellt neben dem ersten stellvertretenden Vorsitzenden Bernhad Lahner (PH Wien) nicht nur den ersten PH Studierenden im Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung seit Bestehen der ÖH sondern auch den Referenten für FH-Angelegenheiten, die Referentin für pädagogische Angelegenheiten und den Wirtschaftsreferenten. Der große Einfluss der FEST auf die wichtigen bildungspolitschen Referate ist eine große Bestätigung der guten Arbeit in den letzten Jahren.

Die FEST ist jedoch nicht nur auf Bundesebene aktiv, auch auf Hochschulebene hat die FEST in den letzten sechs Jahren sehr viel erreicht. Die FEST hat maßgeblich an dem Aufbau von Studierendenvertretungen an Fachhochschulen beigetragen und unterstüzt alle lokalen Vertretungen sowohl an FHen und PHen sogut wie möglich. Die Ausarbeitung und die Implementierung der letzten Novellen des Fachhochschulstudiengesetztes sowie des Hochschulgesetztes für PHen sind für die FEST wichtige Errungenschaften und wurden von ihr maßgeblich mitgestaltet. Die FEST hat in den vergangenen Jahren sich selbst immer als Unterstützerin der kleinen FH, PH und Universitätsvertretungen sowie der kleinen Hochschulen in der ÖH gesehen und hat ihr Bestes gegeben diesen auch in der Bundesvertretung ein Gehör zu geben. Sie hat sich über viele Jahre als konstruktive Kraft auch an den Hochschulen etabliert und wird bei den ÖH Wahlen 2015 dort auch zum ersten Mal direkt zu wählen sein. Die neugewonnene, finanzielle Unabhängigkeit der FH- und PH-Vertretungen von der Bundesvertretung stellt einen großen Verhandlungserfolg der FEST dar und wäre ohne sie nie zustande gekommen.

Leitende Grundsätze

Die Mitglieder der FEST haben sich in ihrer Arbeitsweise auf einen Grundkonsens von zehn Punkten geeinigt. Diese lebt die Fraktion ebenso wie ihre Mitglieder aktiv in ihrer Arbeit und sie stellen das Selbstverständnis der FEST dar.

1. Ungebunden

Die FEST agiert politisch und finanziell unabhängig von Parteien, Unternehmen, hochschulpolitische Organisationen und Interessenvertretungen.

2. Fokussiert

Es ist unsere Priorität, uns für die Interessen und Probleme der Studierenden einzusetzen, dies beinhaltet auch allgemeine und gesellschaftspolitische Themen, weil wir unsere Zukunft selbst gestalten möchten.

3. Links

Wir als linke Fraktion sehen die Achtung der Menschenrechte, ein respektvolles Miteinander und die Gleichberechtigung aller Menschen, ohne jegliche Diskriminierung, als grundlegend für unser Handeln an. Die FEST engagiert sich aktiv gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie Diskriminierung jeglicher Art.

4. Mitgestaltend

Für die FEST sind Studierende weder Produkte noch KundInnen ihrer Hochschulen, welche als reine Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden, sondern ebenbürtige MitgestalterInnen in relevanten Entscheidungsgremien des Studienalltages (Lehrpläne, Studiengebühren, Infrastruktur,…).

5. Kritisch

Studierende sollen ihre Horizonte durch freie Bildung erweitern und ihre Studieninhalte sowie ihr Umfeld kritisch hinterfragen können.

6. Selbstbestimmt

Die FEST lehnt die Tendenzen zur Ökonomisierung des nationalen und internationalen Bildungswesens strikt ab und sieht die nachhaltige Finanzierung von Bildung als Aufgabe des Staates.

7. Sozial

Die FEST spricht sich für einen gebührenfreien Hochschulzugang und gegen Zugangshürden zu Bildungseinrichtungen aus. Wir stehen ebenfalls für eine adäquate soziale Absicherung von Studierenden, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

8. Emanzipatorisch

Die FEST setzt sich für die Gleichberechtigung an Hochschulen sowie in der Gesellschaft im Allgemeinen ein – unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe, Herkunft, Ethnie, Nationalität, sozialem Status…

9. Verantwortungsvoll

Die FEST steht für transparenten und zielgerichteten Umgang mit den Mitteln aus den Studierendenbeiträgen. Wir verfolgen unsere Tätigkeiten gewissenhaft und im Sinne der Studierenden.

10. Herzlich

Die FEST versteht Bildungspolitik als Gesellschaftspolitik und umgekehrt, deshalb bietet sie eine Plattform um sich über verschiedenste Themen auszutauschen. Innerhalb der FEST werden Entscheidungen gemeinsam und im Konsens getroffen, es sind alle herzlich willkommen sich selbst, ihre Ideen und Inhalte einzubringen.